Warum ich nun doch von AirPlay zu SONOS gewechselt bin…

Mit der Vergrößerung des Wohnraums auf mehrere Stockwerke kam natürlich auch wieder das Thema Multiroom-Audio-System auf. Ursprünglich war es mein Plan, bei Apple und deren AirPlay zu bleiben. Auch mit dem Wissen im Hinterkopf, dass im Herbst AirPlay 2 kommt. Doch dann habe ich mir doch einen SONOS bestellt…

AirPlay in den letzten Jahren immer weniger auf dem Markt zu finden

AirPlay, welches 2010 als Nachfolger von AirTunes von Apple vorgestellt wurde, war schnell am Markt etabliert. HighEnd-Marken wie Bose, Teufel und B&W brachten interessante Geräte für nicht wenig Geld auf den Markt, welcher dann auch durch erschwinglichere Geräte wie von JBL ergänzt wurde. Spätestens jedoch mit der Weiterentwicklung des Bluetooth-Standards mit der Funktion der Audio-Stereo-Übertragung bei geringem Stromverbrauch (ab Bluetooth Profil A2DP) gingen Angebot und Nachfrage von AirPlay-fähigen Geräten stetig zurück. Wohl auch zurückzuführen auf die Lizenzgebühren, die die Hersteller an Apple abdrücken müssen. Der Mangel an Funktionsupdates wie z.B Multiroom sorgten dann endgültig für den Abwärtstrend.

EiEiEi – wie denn nun MultiRoom?

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Ich selbst nutzte AirPlay bislang primär mit dem Denon Cocoon, ein AirPlay-fähiges Design-Ei mit ordentlichem Klang – aber mittelmäßiger WLAN-Stabilität – sowie meinem Apple TV 4. Generation, der an meiner HiFi-Anlage hängt.

Meine ersten Gedanken zu Multiroom-Audio waren: „Komm, bleibste bei Apple, da haste die volle Integration in iPhone & Co und außerdem schon die passende Geräte.“

Mit der Ankündigung von AirPlay 2 fühlte ich mich auch bestätigt.
Um mit bestehenden Geräten AirPlay 2 nutzen zu können, benötigen diese allerdings auch ein Update, welches vom Hersteller angeboten werden muss. Ich wage zu bezweifeln, dass dies für ältere Gerätegenerationen – wie meinem AirPlay-Ei – erfolgen wird.

SONOS – der erste Kontakt

Nach langem Abwägen beschloss ich, einfach mal den SONOS Play:1 als Alternative auszuprobieren – Zurückschicken ist ja kein Problem.

Die Einrichtung selbst ist denkbar einfach und war eine Sache von wenigen Minuten. Schön ist auch, dass selbst das kleinste Gerät sich dank „SONOS Trueplay“ sich selbst im Raum einmisst und wohl auch im Laufe der Zeit nachjustiert.

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Der Sound von des kleinen Wichts alleine ist schon sehr kraftvoll und dank der guten App für iOS sehr einfach zu bedienen. Aus meiner Sicht allerdings ist das beste Feature der einzige Knopf auf dem Gerät (neben laut/leise): Der Play-Button, der wirklich sofort die Musik dort fortsetzt, wo sie das letzte Mal beendet wurde. Egal ob Radiostream (natürlich dann live und nicht als Timeshift) oder eigene Musik.

SONOS beherrscht außerdem eine große Bandbreite an Streaminganbietern wie z.B. Apple Music und Spotify, welche voll integriert in der App verfügbar sind. Außerdem funktioniert auch so einigermaßen gut der Zugriff auf die eigene Mediathek. Das Ganze ist wirklich gut, aber (noch) nicht perfekt (s. nächstes Kapitel).

Um das Multiroom-Feeling auszuprobieren und um per Line-In externe Geräte in die SONOS-Welt zu integrieren, habe ich mittlerweile noch einen SONOS Play:5 mit ins Portfolio aufgenommen.

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Auch Multiroom lässt sich mit einem Knopfdruck fortsetzen – das funktioniert echt wahnsinnig gut. Der Play:5 hat einen satten, tiefen Klang. Beide Geräte habe ich dank des Equalizers minimals nachjustiert.

Man kann den Play:5 auch hochkant stellen, auf beiden Seiten. Fun Fact: Der SONOS-Schriftzug bleibt immer lesbar

Schwächen von SONOS

Auch wenn die Stärken des Systems überwiegen, es gibt auch „Room for Improvement“:

 

  1. Der Zugriff auf die eigene Mediathek funktioniert nur bei umambitioniertem Gebrauch von iTunes. Leider werden intelligente Playlisten nicht gefunden, was ein großes Problem für mich darstellt. Auch werden die Zähler der Plays nicht in der Mediathek fortgeschrieben, dies scheint aber aktuell ein Problem der iTunes-Mediathek zu sein. Ich hatte auch das Phänomen, dass Songs in der Mitte einfach rausgefadet wurden. Die Ursache dafür konnte ich noch nicht rausfinden.
  2. Die App für den Mac ist schon ziemlich in die Jahre gekommen. Sie funktioniert genau so gut wie die schnieke App für iOS, sieht aber fürchterlich aus dabei.
  3. Fehlender Line-In bei Play:1 – diesen gibt es nur beim Play:5 sowie bei dem separaten Gerät CONNECT:AMP, welches nochmals über 300 Euro kostet und nur in weiß (!) verfügbar ist.
  4. Pricing: Klar, gute Technik und guter Klang kostet, keine Frage. Ich finde auch, dass die Preise für die Boxen in Kombination mit dem Multiroom-System gerechtfertigt sind, aber come on! Die Strategie mit CONNECT:AMP bzw. den fehlenden Line-In Möglichkeiten ist eine Frechheit.
  5. Proprietäre Lösung: SONOS kann nur SONOS. Es gibt keine Third-Party-Erweiterungen oder andere Hersteller in diesem Kosmos. Man macht sich abhängig von SONOS.

Fazit

Alles in allem hat mich das SONOS System trotzdem überzeugt, so dass ich den Cocoon mittlerweile verkauft habe und den Apple TV nicht mehr als AirPlay-Empfänger nutze.

Trotz der Schwächen macht mir das System richtig Spaß, vor allem weil man meistens keine App braucht sondern nur den besagten Play-Button auf dem Gerät.

Ich habe mich auch gegen HomePod und Amazon Echo entschieden. Aktuell sehe ich noch keinen Mehrwert mich in der eigenen Wohnung ausspionieren zu lassen.

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