DIY – Ich bau mir ne Fotobox

Es wurde geheiratet im Hause B! Und da wir ein Faible für Selfies haben und außerdem es gerade im Trend ist, musste eine Fotobox her. Da ich Leihangebote für unverschämt teuer hielt, wollte ich eine eigene Box bauen.

Anleitungen im Internet gibt es ja mittlerweile einige, trotzdem gab es Herausforderungen, für die es selbst Lösungen zu finden galt…

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Doch ganz von Vorne. Zunächst einmal eine Übersicht an Materialien, die ich verbaut habe, im Text gibt es die Geschichte dazu. Es sei angemerkt, dass natürlich Vieles schon vorhanden war. Somit muss jeder für sich selbst entscheiden, was verbaut werden soll.

Außerdem bin ich handwerklich wie auch im Fotobereich eher in der Amateurliga unterwegs. Also alles getreu dem Motto learning by doing!

Inhalt

  1. Verwendete Materialien
  2. Verwendetes Werkzeug und Zubehör
  3. Und los geht’s!
  4. Festdübeln und Aussägen
  5. Die Geräte fixieren
  6. Blitz und Auslöser
  7. Die Außenhaut
  8. Die Technik
  9. Schwächen

Verwendete Materialien (Links zu Amazon)

Verwendetes Werkzeug und Zubehör

  • Akkuschrauber
  • Kurzschrauben und passende Unterlagsscheiben
  • Cutter
  • Rundbohrer
  • Feile
  • Zwinge
  • U-Nägel
  • Kabelkanal
  • IKEA-Regal Reste 😉
  • Kapuzenpulli-Kordel
  • Zirkel

Und los geht’s!

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Wie isst man einen Elefant? In kleinen Stücken! Sprich: Irgendwo muss man anfangen, am Besten von Außen nach Innen. Also her mit einer Box und einem Stativ. Wie schon in der Auflistung oben erwähnt, gab es das Stativ günstig bei eBay-Kleinanzeigen (ursprünglich ein Boxenständer, Hauptsache höhenverstellbar), die Box gibt es im Bauhaus oder bei Amazon (Maße 40 x 30 x 24).

Es sei gleich gesagt: Ich habe die Box stehend montiert (s. Bild rechts). Dies ist abhängig vom verwendeten Tablet, quer tut es aber auch.

Das Stativ sollte einen stabilen Stand haben. Gerade auf Parties muss man immer mit dem Schlimmsten rechnen und umfallen soll das Ding ja nicht.

Festdübeln und Aussägen

Sobald feststeht, welches Tablet und welche Kamera verbaut werden sollen, kann man Stativ mit der Box verheiraten. Theoretisch kann man diesen Schritt auch ganz zum Schluss durchführen, ich sehe aber gerne immer gleich schon, wie es aussehen könnte.

Der Vorteil bei diesem Stativ ist, dass bereits Löcher für die Montage vorhanden waren. So taten es die kurzen Schrauben und ein paar Unterlagsscheiben (Achtung: Die Schrauben sollten nicht durchbrechen, lieber eine Unterlagsscheibe mehr verwenden). Pro-Tipp: Einmal die Box zentral ausgerichtet, mit einer Zwinge fixieren, damit sie ihre Position behält!

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Vor der Sägearbeit sollte zunächst mal die Mitte der Box auf der Rückseite festgestellt werden. Leider sind die Seitenwände nicht so ganz gerade, sodass man es wohl nicht ganz genau hinbekommt. Danach große des Displays des Tablets anzeichnen (den Rand weglassen) sowie auch die Größe des Objektivs (am Besten mit einem Zirkel).

Das Loch für das Objektiv (bei mir waren es 60mm) mit einem Rundbohrer rausnehmen, das sollte keine große Schwierigkeit sein. Das Guckloch fürs Tablet kann am besten mit einem scharfen Cutter ausgeschnitten werden. Mit einer Säge entstehen zu starke Vibrationen.
Tipp: Mit einem großen Bohrer viele Löcher reinbohren, dann muss man mit dem Cutter die Löcher nur noch verbinden.

Die Geräte fixieren

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Die Idee ist, dass das Tablet leicht eingesetzt werden und auch schnell wieder rausgenommen werden kann. Allerdings soll es auch ordentlich fixiert sein, damit es nicht beim Touchen nach hinten fällt. Ich habe das mit einem Stück Kabelkanal für unten sowie einer gestrafften Kordel eines alten Pullis oben realisiert. Der Kabelkanal wird seitlich in L-förmige Führungselemete von IKEA Regalen eingesteckt.

Zugegeben: Alles etwas zusammengewickelt, erfüllt aber seinen Zweck. Ich denke, dass es wahrscheinlich 1000 bessere Lösungen gibt.

Für die Kabelführung habe ich ein paar Kleiderhaken in die Box geschraubt. Achtung: die Seitenwände sind sehr dünn, keine langen Schrauben verwenden.

Die Kamera selbst steht auf einem kleinen Gorillapod, den ich mit U-Nägel fixiert habe.

Blitz und Auslöser

Bei Ebay habe ich einen gebrauchten Studioblitz geschossen, der mit der Kamera über den Blitzschuh verbunden wird. Da ich keinen Blitzschirm aufbauen wollte, entschied ich mich für eine Diffusorfolie. Für die habe ich aus Karton einen Rahmen gebaut und diese mit Panzertape von innen verklebt.

Zunächst wollte ich den Aufbau unter die Box schrauben. Nach ersten Tests stellte ich aber fest, dass der Schattenwurf natürlich nach oben geht und das die Personen wie Geister erscheinen lässt. Somit habe ich den Blitz mit samt Folie letztendlich mit einer Schraubzwinge auf die Box gesetzt. Der Rahmen ist mit zwei dicken aber kurzen Schrauben inkl. Flügelmuttern montiert. So kann man schnell ohne Werkzeug den Apparat abnehmen, was den Transport deutlich erleichtert.

Bis ich alles für den Auslöserknopf zusammen hatte, musste ich ein bisschen ausprobieren. Der Auslöser selbst kam leider nur mit einem kurzen Kabel, allerdings war zum Glück der Anschluss mini-USB auf Klinke, welches man mit einem handelsüblichen Verlängerungskabel verbinden konnte. Dieses findet seinen Weg von der Kamera durch ein kleines Loch in Größe des Steckers am linken unteren Eck, so dass nicht aus Versehen das Kabel aus der Kamera gezogen werden kann.

Die Außenhaut

Last but not least: Die Verkleidung. Hier habe ich mich für eine Samtfolie in blau entschieden. Ich wollte mit wenig Aufwand ein wertiges Gesamtbild erzielen. Ich hatte hier zwei Lagen 45×100 selbstklebende Samtfolie, das hat gut ausgereicht.

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Die Technik

Nachdem nun die Hardware steht, kann man sich an die Softwarekonfiguration wagen. Der grobe Aufbau:

In der Kamera steckt eine Toshiba FlashAir, die ein eigenes WLAN aufspannt mit welchem das iPad verbunden ist. Auf dem iPad läuft im „geführten Zugriff“ (nur eine App ist verwendbar aus der man nur mit Entsperrcode rauskommt) die App Shuttersnitch, die die Bilder direkt von der SD Karte anzeigt. Ausgelöst wird per Knopfdruck. Die Bilder werden immer mit Blitz geschossen, welcher über den Blitzschuh der Kamera getriggert wird (verbunden mit dem Sync-Kabel).

Die gesamte Technik hängt an einer Mehrfachsteckdose mit 5m Kabel. Das war mir wichtig um unabhängig bei der Standortwahl zu sein.

Die Kamera schießt Bilder in JPG und Raw. Lediglich die JPGs werden an Shuttersnitch übergeben (kann in der App konfiguriert werden), was deutlich schneller über das WLAN erfolgt als mit den Raws. Die Raws werden später für die Entwicklung in Adobe Lightroom gebraucht. Die Einstellungen der Kamera sind komplett im manuellen Modus (M), da man ausprobieren muss wie man synchron zum Blitz auslöst. Wenn man die perfekte Einstellung mal gefunden hat, kann man diese mit der Memory-Funktion speichern und so schnell switchen.

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Schwächen

So, die Fotobox war nun schon einige Male im Einsatz und hat auch immer gut performt und für viel Freude gesorgt.

Ein paar Schwächen sind mir nun auch bekannt, ich habe aber noch keine Lösung in Angriff genommen:

  1. die Kamera geht nach 30min in den Standby-Modus. Das ist grundsätzlich kein Problem, allerdings ist dann auch das WLAN weg und es dauert 1-2 Minuten, bis wieder alle Verbindungen aufgebaut sind. Das führt zu Verwirrungen bei den Nutzern.
  2. Obwohl das iPad kein Live-Vorschaubild zeigt (sondern immer nur das zuletzt aufgenommene) schauen die Benutzer intuitiv auf den Bildschirm statt in die Linse. selbst ein gebastelter Pfeil hat nur wenig Wirkung gezeigt. Man müsste auf dem iPad einen Countdown anzeigen, das macht die App aber nicht mit.
  3. Der Auslöser hat auch einen Modus für „Dauerfeuer“ indem man den Knopf drückt und nach hinten schiebt und einrastet. Das führt aber dazu, dass gar kein Auslösen mehr stattfindet. Könnte man zB durch Verkleben des Knopfes lösen oder als Premiumlösung: Man lötet die Platine in einen Buzzer. Anleitungen dazu gibt es auf Youtube.
  4. Ich habe lange überlegt, ob ich die Gäste auf das WLAN zugreifen lassen möchte, damit sie sich gleich die Bilder aufs Handy laden können. Leider bietet das Webinterface der Toshiba aber keinen reinen Display-Access an, sodass theoretisch die Gäste sogar die kompletten Einstellungen zurücksetzen könnten. Das war mir dann doch zu heiß. Man könnte hier aber wohl mit Shuttersnitch die Bilder noch auf einen weiteren Share im Netzwerk schieben – zum Beispiel auf einem Raspberry Pi.

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